Neue Bilder

•Januar 27, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Hallio Hallo=)

Nur eine ganz kurze Ankündigung! Es gibt neue – alte Bilder;)

7.11.09 – Seniorentag in Tótvázsony

12.12.09 – Kinderbacknachmittag

15.12.09- Wien

17.12.09-Weihnachtsessen

Rendez-vous mit Dorian Gray

•Januar 22, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Drei Monate habe ich mich nun regelmäßig mit Dorian Gray beschäftigt (der eine oder andere mag sich vielleicht noch an die Anfangsposts erinnern). Ich habe nicht wirklich das Gefühl, die Materie vollkommen durchdrungen zu haben; Vielleicht liegt es daran, dass ich mir die Novelle nicht in meiner Muttersprache zu Gemüte geführt habe. „Das Bildnis des Dorian Grays“ gehört wohl zu jenen Büchern, die man mehrmals lesen kann und auch muss und dann immer wieder Neues entdeckt. Ein kurzer Abriss.

Die Novelle wurde von dem Iren Oscar Wilde (1854 in Dublin- 1900, Paris) geschrieben und galt seinerzeit als „immoral“, unmoralisch. Der Autor selbst war schon eine interessante Figur, eine schillernde Person des 19. Jahrhundert, die durch ihre Extravaganz auffiel. Er war nicht sehr beliebt. Weil er sexuelle Beziehungen zu Männern unterhielt, wurde Oscar Wilde sogar wegen „unzüchtigem/unmoralischem Verhalten“ angeklagt und zu Zwangsarbeit verurteilt, die seinen Körper so überstrapazierte, dass er wenige Jahre danach auch starb.

Er selbst wehrte sich vehement gegen die Anschuldigen der Rezessenten und beharrte darauf, dass seine Novelle rein gar nichts „unmoralisches“ an sich habe, denn er habe sie nur um ihretwillen geschrieben und nicht, um irgendwelche Ziele damit zu verfolgen. So verankerte er in seinem Vorwort eine Liebeserklärung an den Ästhetizismus, einer besonderen Kunstrichtung des 19. Jahrhunderts aus Frankreich, deren Slogan „l´art pour l´art“ war.

Zurück zur Geschichte. Hauptsächlich treten uns drei Hauptpersonen entgegen. Da ist zum einen natürlich Dorian Gray. Er ist der Protagonist, dessen Entwicklung im Zentrum der Novelle steht. Zu Beginn wird er als junger Adonis beschreiben, rein und natürlich. Er vereint alle Zeichen der Jugend, der Unschuld, aber auch der Neugierde in sich. Diesen Zustand möchte Basil Hallwarth, ein Künstler, der den 20-jährigen Dorian Gray für seine Kunst entdeckt, bewahren. Der junge Mann hat seine Malerei nachhaltig verändert, hat ihr etwas besonderes hinzugefügt. Man könnte durchaus sagen, Gray ist seine Muse, vielleicht sogar noch mehr, denn Basil fühlt eine tiefe Abhängigkeit zu Dorian. Lord Henry Wotton hingegen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die leere Leinwand, die Dorian in seinen Augen darstellt, nach seinen Wünschen und seinem eigenen Vorbild zu füllen. Er ist es, der den jungen Mann auf seine Schönheit aufmerksam macht, ihm die Vergänglichkeit der Jugend bewusst macht und ihn mit seinen Gedanken beeinflusst. Die drei Hauptfiguren treffen das erste Mal in Basils Atelier zusammen, wo dieser gerade ein neues, körpergroßes Porträt von Dorian anfertigt. Dort geschieht es auch, dass Dorian auf sein eigenes in Öl gebanntes Ebenbild neidisch wird und den verhängnisvollen Wunsch äußerst, es möge doch an seiner statt altern und seine Sünden tragen. Es kommt dann rasch eines zum anderen und wilde löst sich zunehmend von Wotton und wendet sich Dorian Gray zu. Dieser lernt in einem kleinen drittklassigen Theater Sibyll Vane kennen und verliebt sich auf Anhieb in die talentierte Schauspielerin verliebt. Als diese jedoch aufgrund ihrer Liebe zu Gray unfähig ist, weiterhin ihr Talent auf der Bühne zu zeigen, verlässt er sie, woraufhin sie sich das Leben nimmt. Hier bemerkt er zum ersten Mal eine Veränderung in dem Porträt, das Basil von ihm gemalt hat. Von nun an wird es sein ständiger Begleiter sein. Es verändert sich zunehmend, denn Dorian führt nicht gerade das Leben eines Engels. Er wird sogar zum Mörder, wird wahnsinnig und paranoid, bis ihn schließlich wieder jenes Porträt einholt, das den Zerfall seiner Seele wie ein Tagebuch dokumentiert.

Ich habe mir ziemlich lang den Kopf über dieses Porträt zerbrochen, welche Lehre man wohl daraus ziehen kann, ich habe über Themen nachgedacht und über versteckte Anspielungen.

Ein großes Thema ist natürlich der Ästhetizismus. Gray versteht sich wie ein Beobachter seines eigenen Lebens, das ja ein Kunstwerk ist. Wotton will ihn ebenso künstlerisch formen. Beide Männer sind ausgesprochene Liebhaber der Künste, sowohl der Malerei, als auch der Musik und der Literatur. Die ganze Novelle strotzt vor Vergnügen und Lust, bewegt sich gleichzeitig aber auch scharf am Rand zum Dunkel. Das schillernde Leben hat seinen Preis.

Manche glauben auch, dass sich  biographisches darin verbirgt. Wilde selbst wies das stets zurück. Allerdings sagte er auch einmal, dass, wenn er sich mit seinen Figuren vergleichen müsste, Basil ihm am meisten entspräche und Dorian derjenige ist, der er gerne wäre.

Die Kunst entwickelt schließlich in der Novelle ein unheimliches Eigenleben. Einerseits ist sie vom Leben des Abgebildeten losgelöst, andererseits hat aber jede von Grays Handlungen eine direkte Auswirkung auf das Porträt.

So mag die Kunst zwar nur um ihretwillen geschaffen sein, aber sie kann sich nicht gänzlich unseren Ansichten, Einstellungen und Erfahrungen entziehen.

Als letzte Erkenntnis steht, dass es wesentlich einfacher ist ein in der Summe „schlechtes“ Leben zu führen, als ein gutes.

Mir persönlich hat Wildes „The picture of Dorian Gray“ sehr gut gefallen. Ich empfand es angenehm zu lesen, obschon ich natürlich nicht immer alle Wörter verstanden und die Sprache „alt“ war. Wildes Schreibe strotzt vor sinnintensiven Beschreibungen, die manchmal auch etwas kitschig und überladen wirken. Es behandelt zahlreiche Themen wie auch Moralität oder die bereits genannten Ästhetizismus, Kunst…Es ist für Menschen zu empfehlen, die sich für die Gesellschaft des 19. Jahrhundert, Krimis, personelle Entwicklung oder auch einfach nur für Wildes hervorragenden Schreibstil interessieren. Schon allein um Lord Henry Wottons Lebensweisheiten ist es wert, die Novelle zu lesen. Ich selbst werde „The picture of Dorian Gray“ wohl später noch einmal lesen, dann wenn ich älter bin und mit einem anderen Blickwinkel auf das Geschriebene schauen kann. Ich habe das Gefühl, dass es da noch mehr zu entdecken gibt…

Zeitvertreib mit “Dan Browns CO2-Bilanz”

•Januar 20, 2010 • 6 Kommentare

Am 30. Oktober des Jahres 2009 veröffentlichte David Hugendick um exakt 13.08 Uhr einen Artikel auf dem zeit.de-Literaturblock “Seitenblick”. Dieser Artikel trägt den Titel „Dan Browns CO2-Bilanz“. Dieser Artikel hat mein Leben nachhaltig verändert (na, machen wir uns keine Illusion – ich habe immer noch nichts zu tun-.-„). Der Autor stellt darin einige äußerst weltbewegende Fragen, an deren Antwort ich mich nun einmal versuchen möchte. Sehr geehrter Herr Hugendick, keine Sorge – ich eile schon zu Ihrer Rettung (allerdings ohne Superman-Cape!)

Ein paar läppische Fragen zum Herbst:

–        Kann man David Foster Wallace’ Infinite Jest eigentlich jemals durchlesen? (Seite 837…)

Sehr geehrter Herr Hugendick, Sie mögen jetzt vielleicht meinen, ich sei ein absolut unbelesener Mensch – Von Herrn David Foster Wallace habe ich leider bisher noch nichts vernommen. Eine Verlinkung zu einem weiteren Artikel, hat mich dann aber gerettet. Dort hieß es, von Herrn Wallace sei postmortus ein 1547 starker Roman mit dem Titel „Unendlicher Spaß“ veröffentlicht worden (, den ich mir im Übrigen sogleich einmal vorgemerkt habe). Einmal von meiner Wissenslücke abgesehen, ist es durchaus möglich solch dicke Wälzer „irgendwann einmal“ durchzulesen, wie Ken Foletts „Die Säulen der Erde“ oder auch Diana Gabaldons Highland-Saga bezeugen. Viel interessanter finde ich ja die Frage, wie es ein Autor fertig bringen ein solches Monsterwerk zu erschaffen!

–        Warum in aller Welt wurde Pu der Bär fortgeschrieben?

Sehr geehrter Herr Hugendick. Mit Pu dem Bären wurde ich bereits in meiner jüngsten Kindheit konfrontiert und leide seit der Ausstrahlung des gleichnamigen Zeichentricks auf SuperRTL an einem Träume. Manchmal wache ich des Nachts schreiend auf, der Kopf voller Honignester, Vogelscheuchen und herumhüpfenden Tigern…Ich weiß auch nicht so genau, warum man diese Geschichte fortgeschrieben hat. Vielleicht ist das ein Experiment?

–        Wäre Der Turm nicht besser ein Sat.1-Zweiteiler?

Sehr geehrter Herr Hugendick. Das Internetportal amazon.de schluckt mir auf meine Anfrage „Der Turm von Uwe Tellkamp“ folgende Beschreibung aus:

„Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze – oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird.“

Nachdem sich dieser Roman, als ein Wenderoman herausgestellt hat, stimme ich Ihrer Frage zu. Es wäre ein astreiner Sat.1-Zweiteiler“

–        Schneuzen oder hochziehen?

Sehr geehrter Herr Hugendick. Schneuzen – Persze!

–        Wann wird endlich auf Klappentexte verzichtet, in denen “wunderbar”, “herrlich”, “Weltliteratur” und/oder “Meisterwerk” steht?

Sehr geehrter Herr Hugendick. Ihren Unmut kann ich durchaus verstehen. Das ist unter anderem ein Grund weshalb meine Bücherwunsch-liste ständig wächst und wächst und wächst. Nur leider fürchte ich, dass der Tag, an dem auf de benannten Worte im Klappentext verzichtet wird, niemals kommen wird. Zwei Gründe. Hinter den Büchern stehen nicht etwa Menschen, die uns Büchersammlern eine Freude machen, sonder Geld sehen wollen. Zu diesem Zweck preisen sie auch das am schlechtesten geschriebene Buch als „Meisterwerk“ an. Zum anderen, was sind denn die Kriterien für ein „Meisterwerk“, für „Weltliteratur“? Subjektive Eindrücke. Was für den einen Thomas Mann ist, ist für den anderen vielleicht der Schundroman aus dem nächstgelegenen Supermarkt. Literatur ist subjektiv  – hießt also, wir müssen der Meinung anderer nicht unbedingt zustimmen.

–        Wie viele Bücher wurden in diesem Jahr auf Buchmessen geklaut?

Sehr geehrter Herr Hugendick. Da es sich für mich mit Büchern so verhält, wie für andere Geschlechtsgenossinnen mit Schuhen oder Taschen, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es wohl einige waren! Mir persönlich würde das allerdings nie in den Sinn kommen. Bücher sind nachtragend, wissen Sie?!

–        Wie sieht Dan Browns CO2-Bilanz aus?

Sehr geehrter Herr Hugendick. Gemessen an der Popularität Dan Browns und seinem internationalen Erfolg, wird er wohl ziemlich oft in der Welt herum jetten und ist damit für einen zweiten und dritten Klimawandel verantwortlich,

–        Sind Geheimbundromane nicht schon seit dem 18. Jahrhundert aus der Mode?

Sehr geehrter Herr Hugendick. In den letzten Jahren hat die Literatur einige Phasen durchgemacht. Im Moment sind vor allem die Vampirromane „in“. Sogar das Fernsehen hat darauf reagiert und eine neue Serie mit dem Titel „Vampire Diaries“ gestartet. Ich persönlich halte mich ja mit der Mode immer ein wenig an meine Freundin kohakuchan – Manchmal ist es schon höchst interessant, wie sie im Stande ist sich instinktiv für die Mode zu interessieren bevor sie zur Mode wird! Aber ich rede an Ihrer Frage vorbei. Sie sind im Moment vielleicht nicht im Trend – wobei es in der Belletristik durchaus jede Menge davon gibt; der Leser mag eben die Verschwörung und zumindest Dan Browns Sakrileg und Illuminati sind der eindeutige Gegenbeweis dafür -, aber Bücher verhalten sich auch immer ein wenig wie die Kleidermode. Trends kehren immer und immer wieder zurück.

–        Wer hat Angst vor dem E-Book?

Sehr geehrter Herr Hugendick. Was E-Books betrifft, müssen wir eingefleischten Leser uns wohl keine Sorgen machen. Das E-Book ist zwar eine klasse Erfindung, weil Platz sparend, aber man kann nicht über die Seiten streichen und das raue, herrliche Papier spüren, nicht den Duft einsaugen, nicht hinein kritzeln. Ihm fehlt jegliche Gemütlichkeit, jegliche Intimität – und genau das ist es ja, was Bücherliebhaber lieben!

–        Warum liest in Deutschland eigentlich niemand Kurzgeschichten?

Sehr geehrter Herr Hugendick. Das ist eine sehr gute Frage. Ich persönlich mag Kurzgeschichten ja ganz gern, denn sie sind sehr Zeitsparend. Sie sind aber auch etwas anstrengender zu lesen, weil es mehr auf das Detail ankommt. Romane dienen da heutzutage mehr zur Unterhaltung. Mit einer Kurzgeschichte kann man meiner Meinung nach gut andere Perspektiven zeigen, sie eignen sich mehr für kurioses. Das wichtigste ist prägnant auf wenigen Seiten dargebracht – „In der Kürze liegt die Würze“…Lest mehr Tucholsky! (Fantasia)

–        Warum beginnen so viele Rezensionen mit “Um es gleich vorweg zu nehmen”?

Sehr geehrter Herr Hugendick. Irgendwie müssen Rezessionen ja beginnen. Und vielleicht ist es einfacher und auch interessanter, mit dem Schluss zu beginnen. Da kommt man den Lesern ganz gut entgegen, die müssen dann nämlich nicht mehr die ganze Rezession lesen!

Jaja, der Vorhang zu und alle… Sie kennen den Rest.

Vielen Dank;)

Sektverbrauch, Kirche vs. Fußball und die Pressefreiheit

•Januar 20, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Der Kaffee ist nun schon seit einiger Zeit leer (nachdem mich die Thermoskanne hinterhältig angesprungen hat!), zeit.de ist regelrecht durchforstet, die Urkunde für das csócsó-verseny (das Tischfußballturnier) ist unlängst kreiert und überarbeitet….Im Moment bin ich herzlich arbeitslos und für das Mittagessen ist es leider noch etwas zu früh. Es ist 10.47 Uhr. Also nutze ich die übermäßige Zeit, um wieder etwas zu tippen, um zumindest mein Hirn etwas auf Trab zu halten, wenn mir schon wieder die Füße einschlafen.

Auf meiner allmorgendlichen Stöbertour durch zeit.de (am Anfang habe ich mich immer gern durch amazon.de gewühlt – leider hatte das einen exorbitanten Anstieg an Bücherbestellungen zur Folge; Dabei habe ich ohnehin weder Platz noch Zeit für neue Schätze) bin ich auf die eine oder andere Sache gestoßen, die es durchaus wert ist, erwähnt zu werden.

Darunter etwa diese drei Grafiken: Sektverbrauch, Wochenendfreizeitbeschäftigung und Pressefreiheit.

Die Sektgrafik hat mich ehrlich gesagt überrascht, denn gemessen an der Menge, die meine liebe Schnuffeline so pro Jahr süffelt (und ich helfe ihr natürlich dabei;)), müsste der Verbrauch eigentlich gestiegen sein. Schon allein auch deswegen, weil in Deutschland mehr Frauen geboren werden und Sekt von vielen Frauen vor Bier bevorzugt wird. Dachte ich zumindest…

Was wir ohnehin schon lange wussten, bestätigt diese Grafik, die Kirche wird zunehmend vom Stadion als den heiligen Platz abgelöst. Jesus im Fußballtrikot? Na das würde den armen Kerl immerhin etwas freundlicher Erscheinen lassen. Gestern Abend habe ich Safari von Michael Mittermeier angeschaut. Jetzt wundert es mich gar nicht, dass die Bayern gern etwas beleibter auftreten – das Kruzifix über dem Esstisch erschreckt sie so sehr, dass sie ihren Teller in doppelter Geschwindigkeit leeren! Aber zurück zum König Fußball (vielleicht bald Gott Fußball?)…vielleicht sollten sich die Kirchen Deutschlands überlegen, Gottesdienste zukünftig in den Stadien abzuhalten, so um 15/16 Uhr vor den Spielen. Das hätte dann auch eine sehr alte Tradition, die Zuschauer könnten dann gleich Mal göttlichen Beistand für ihre Lieblingsmannschaft erbitten. Das hätte doch Mal was echt innovatives;)

Einfach nur erschreckend! Bedenkt man, dass in so vielen Ländern die Pressefreiheit eingeschränkt ist – wie sicher können wir dann überhaupt sein, dass wir auch wirklich korrekt und umfassend von unseren eigenen Presseleuten informiert werden? Nicht, weil etwa bei uns in Deutschland Zensur herrschen würde, sondern vielmehr dahin gehend, dass den Auslandskorrespondenten in den Ländern aus denen sie berichten, wichtige Informationen versagt werden. Journalismus bedeutet in vielen Ländern nach wie vor noch Gefahr für das eigene Leben, wie in der Vergangenheit zahlreiche Morde an oppositionellen Journalisten in Russland gezeigt haben. Das Recht auf Pressefreiheit ist der 19. Artikel der allgemeinen Menschenrechtserklärung der UN.

(Bilder von Matthias Stolz und Ole Häntzschel

Link)

Ich schlafe noch!!!

•Januar 14, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

PIEPIPIEPIEP – das grässliche Geräusch des Weckers durchbricht die heilige Stille des Schlafzimmers. Eine Hand wühlt sich unter dem Deckenberg hervor und schlägt mit brachialer Gewalt das Ungetüm still – aber nur um sich erschauernd sogleich wieder zurückzuziehen. Die Kälte lässt den Körper erschauern. Nein, es ist viel zu kalt, um auf zu stehen. Und der Mensch unter dem roten Haufen aus Decken ist auch noch viel zu müde. Nur leider ist die ganze Welt gegen ihn und er muss sich heraus quälen aus seiner warmen Höhle, obschon es draußen noch dunkel ist. Die Arbeit wartet.

Auch auf dem Weg zum Arbeitsplatz wird es nicht besser. Der Himmel ist grau und immer noch liegt ein Schatten der Nacht darüber, der sich einfach nicht zurückziehen möchte. Im Büro selbst schauen dem Menschen müde Gesichter entgegen und er erkennt sein Ebenbild darin. Es ist zu früh, es ist zu kalt, es ist zu dunkel – es ist Winter.

Fühlt sich da nicht der eine oder andere bei diesen Zeilen angesprochen? Der Winter ist die lebensfeindlichste Jahreszeit. Die Bäume stehen ohne Kleid, die Wühlmaus verkriecht sich in ihrer Wühlhöhle, der Igel zieht sich in den Blätterhaufen zurück. Nur der Mensch, scheint noch nicht verstanden zu haben, dass der Winter nichts für ihn ist. Er stapft auch weiterhin durch den eisigen Wolken, Dampfwolken vor der Nase. Die Sonne ist ein seltener, aber dafür umso ersehnter Gast, stattdessen graue wallende Wolken. Ohne grün und Sonnenschein – ist es da denn ein Wunder, dass man depressiv wird?

Nun ist es aber leider ziemlich schwer zum Chef zu gehen, und seinen wohlverdienten Winterschlaf einzufordern (es sei denn man hat noch ein paar Urlaubstage übrig). Man muss also versuchen das beste daraus zu machen und sich die Winterdepression mit Tipps und Tricks soweit wie möglich vom Hals zu halten…zum Beispiel…

…etwas warmes trinken. Da geht die Sonne im inneren auf und es ist gleich nicht mehr ganz so bitterkalt. Am besten trinkt man drei Mal am Tag einen heißen Tee, vorzugsweise Früchtetee mit Vitamin C oder Zitronentee, das stärkt das Immunsystem.

…frische Farbakzente setzen. Ob man nun das Zimmer in einem frischen Grünton streicht, sich die Haare färbt oder neue Klamotten zu legt, ist eigentlich egal, Hauptsache man umgibt sich mit frühlingshaften, fröhlichen Tönen.

…die eigene Kreativität ausleben, bewirkt einen Schwung neuer Lebensenergie und Lust. Man fühlt sich gleich um zahlreiche Jahre jünger und wesentlich lebendiger.

…sich eine Rotlichtlampe zulegen. Sehr praktisch, wenn der Liebste oder die Liebste gerade nicht zugegen ist und man sich nirgends ankuscheln kann, um ein bisschen Wärme von außen zu zapfen.

…etwas für sich selbst tun. Eine Massage gönnen, den Körper mit einer warmen Dusche und anschließendem Eincremen verwöhnen für ein rundum aufgefrischtes Wohlbefinden.

…sich bewegen. Auch wenn es draußen kalt ist, man sich eigentlich viel lieber in seinem Bett vergraben möchte und im Grunde seines Herzens ein Sportmuffel ist, geht spazieren oder noch besser joggen. Die Bewegung bewirkt wahre Wunder und hat nebenbei auch noch den sehr angenehmen Nebeneffekt, dass es einem ganz warm wird.

…Äpfel und Gemüse essen, damit der Körper mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralien versorgt ist. Sich auch mal Fisch wegen des Eisen, den dieser enthält, gönnen. Wenn es unserem Körper gut geht, geht es auch uns psychologisch besser.

…und zu guter letzt: sich ein positives Gemüt bewahren. Es dauert nicht mehr lange, bis der Frühling kommt!

PS: Mit einem besonderen Gruß an meine Lieblingschlafmütze!;) Guten Morgen!

Europa, die Idee von Frieden und Zusammenhalt

•Januar 14, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Im Zuge meines Europäischen Freiwilligendienstes werde ich ständig mit Europa konfrontiert und mache mir daher auch meine eigenen Gedanken dazu. Das Problem dabei ist, dass der Begriff der „europäischen Idee“ zum einen ein ziemlich großer Begriff und zum anderen – weil er so groß und bedeutend ist – wird um ihn sehr häufig mit noch größeren, leeren Worten herumgeredet (wer sich schon einmal eine Studienbeschreibung diverser deutscher Universitäten angetan hat, der weiß, wovon ich spreche).So bleibt es wohl jedem selber überlassen entweder selbst darüber nachzudenken oder zu versuchen die unglaublichen Wortkonstruktionen mancher Politiker zu entschlüsseln.

Was Europa für mich bedeutet? Der Versuch einer Antwort.

Ganz nüchtern betrachtet, ist die Europäische Union zunächst einmal das Produkt der Jahrhunderte langen Kriege in Europa. Auf die Montanunion zwischen Frankreich und Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg, folgte schließlich die Europäische Wirtschaftgemeinschaft 8die Römischen Verträge 1957) und schließlich mit dem Vertrag von Maastricht im Jahr 1992 wurde die Europäische Union begründet. Sie steht vor allem für zwei Dinge: Frieden und Zusammenarbeit.

Wenn ich über Dinge wie die EU nachdenke, dann passiert es mir manchmal – vor allem unter Dusche -, dass ich Fäden sehr weit spinne, so kam mir ein Vergleich mit der USA in den Sinn. Rein optisch betrachtet, besteht auch die EU, wie die USA aus unglaublich vielen Völkern und Ethnien. Das einzige, was die EU von den USA unterscheidet, ist ihre Politik (natürlich nicht überall). Dieser Unterschied wiederum beruht darauf, dass die Union einen ganz essentiellen Charakterzug vermisst: Das Zusammengehörigkeitsgefühl ihrer Bewohner.

Um nur als Beispiel zu nenne, kurz bevor ich zurück nach Ungarn gereist bin, um meinen Freiwilligendienst wieder aufzunehmen, besuchte ich meine Oma, die im Moment Krankenhaus ist. Als ich gegenüber einer Bekannten meinen Dienst erwähnte, rümpfte sie nur die Nase und raunte „Diese Ungarn!“ (ich hätte ihr für diese Äußerung am liebsten den Kopf abgerissen!)…Soll heißen, dass Europa noch nicht stark genug zusammengewachsen ist. Wir, als Europäer, haben gemeinsam noch keine so furchtbare Zeit wie den zweiten Weltkrieg erlebt, wie es die Staaten der Vereinigten Staaten von Amerika taten. Ob wir jemals ein solches „Wir sind Wir“ – Gefühl entwickeln werden? Das weiß allein die Zeit.

Eines ist aber sehr sicher, dass letztendlich auch die USA ihren Ursprung in der Alten Welt hat. Schließlich war das Alte Europa so etwas wie ein Versuchslabor verschiedener Staatsformen, Verfassungen, Wirtschaften. Hier kamen auch die Gründerväter her, die sich unter anderem von der Verfassung, welche der Französischen Revolution entsprungen war, für ihre eigene Verfassung inspirieren ließen.

Ganz subjektiv betrachtet,

bedeutet die Europäische Union frei und ohne Passkontrollen durch 27 Länder zu reisen. Städte zu sehen und die unterschiedlichsten Menschen kennen zu lernen.

Sich in 27 Ländern eine Wohnung nehmen und arbeiten zu können, was man möchte.

Für mich ist Europa aber auch, wenn an einem Ort Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen kommen, um sich über ein Problem der Zeit zu unterhalten oder einfach nur zusammen Spaß haben.

Europa ist Gemeinschaftssinn.

Europa ist, wenn du mit einem Ungarn und einer Französin in einem Café zusammen sitzt und ihr euch gemeinsam in einer Sprache unterhalten könnt.

Europa ist, wenn du versuchst mit einer Französin Französisch zu lernen und du bald nicht mehr weißt, ob du jetzt Ungarisch, Deutsch, Englisch oder Französisch sprichst.

„Chaud Milch kerek“…ist Europa

Die Liste ist endlos lang, denn selbst der Umstand, dass wir größtenteils gekennzeichnete und maßgeregelte Lebensmittel haben, ist der Europäischen Union zu verdanken.

Jetzt scheinen es aber einige nicht ganz zu verstehen, dass es hauptsächlich Gemeinschaftssinn ist, der die EU ausmacht. Bei den letzten Wahlen zum Europäischen Parlament war die Wahlbeteiligung erschreckend gering und aus den einzelnen Ländern wurden rechtspolitische Stimmen laut, die gegen die Union wetterten. Natürlich ist die EU nicht perfekt. Um nur ein Beispiel zu nennen, finde ich es zum Beispiel nicht gut, dass die EU erlaubt hat, Giftmüll in Dritte-Welt-Länder zu exportieren oder die exorbitanten Einfuhrzölle für eben jene Länder. Aber letztendlich – und dieser Gedanke ist sehr wichtig – liegt es an uns, was die Europäische Union ist und wie sie agiert. Wir müssen sie formen, ihr ein Gesicht geben und vor allem zusammenhalten. Wir sind Europa.

Lob der Familie

•Januar 12, 2010 • 1 Kommentar

Ich habe hier in Ungarn einiges dazu gelernt. Nicht nur neue Seiten habe ich an mir entdeckt, sondern hauptsächlich auch neue Erkenntnisse gewonnen. Dazu zählt mehr denn je, dass von Nichts Nichts kommt. Dazu zählt aber auch das Schätzen, dessen was man hat. Seiner selbst und seiner Familie.

Die zwei Wochen über Weihnachten und Neujahr zu Hause haben mir wieder einmal gezeigt, was ich an meiner Familie und nicht zu letzt an meinen Freunden habe. Man lebt in und mit einer Familie. Man ist nie allein. Schon im nächsten Moment kann die Wohnungstür aufgehen und der brummende Bruder von der Schule heimkommen oder die Mutter mit dem schweren Einkaufskorb, die dich auffordert ihr zu helfen. Nirgendwo kann man gleichzeitig Gesellschaft und Zeit für sich haben, um z.B. zu lesen, zu schreiben, ohne dass es unhöflich wäre. Das nenne ich innere Ruhe. In den letzten Monaten stand ich allzu oft unter innerem Druck. Um nicht allein zu sein, musste ich ständig nach Gesellschaft suchen. Das war sehr anstrengend, aber auch interessant,  immerhin hatte ich es ständig mit mir fremden Menschen zu tun. Das war dann aber auch eine sehr einseitige Sache. Ich konnte nicht allein sein, konnte dann aber in der Gegenwart anderer auch nicht einfach einen Stift und ein Blatt Papier ziehen und Schreiben. Nicht gerade optimal für einen Menschen, der das Schreiben braucht wie die Luft zum Atmen. Ohne bin ich nur halb. Meine Familie ist also mein Ruhepol. Mein absoluter Ruhepol, ich weiß, ich kann mich auf sie stützen, sie hält mich. So meine engsten Freunde und mein Freund. Auf die eine oder andere Phase des extremen Durchhängens reagierten sie mit einer überwältigenden Menge an E-Mails. Und damit meine ich nicht etwa Zwei-Satz-Mails. Nein, damit meine ich seitenlange E-Mails, in denen sie versuchten mir Mut zu machen und mich auf zu richten.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich diese Erfahrung niemals so radikal gemacht hätte, wäre ich nicht nach Ungarn gegangen. Ich kann nicht einfach ins Auto steigen und „Mal kurz“ nach Hause fahren. Aber obschon sie alle so weit weg sind und für so lange Zeit, als ich Zuhause war, war es als wäre ich nie weg gewesen. Sie sind da. Immer.

Ein weiser Mensch hat einmal gesagt: „Man weiß erst richtig zu schätzen, was man hat, wenn man es nicht mehr hat.“

Dies hier soll eine kleine Liebeserklärung sein=)

Wintereinbruch

•Dezember 16, 2009 • 1 Kommentar

Ich sitze, total verträumt, vor meinen Laptop, schwelge in Sinatras „The Coffee-Song“. Chef 1 kommt herein.

„Ich habe eine Idee!“, sagt er strahlend. Ich streife mein überdimensionales Headset ein Stück zurück und schaue ihn an.

„Oha…“, sage ich – zugegebenermaßen nicht ganz so begeistert; Chef 1ens „Ideen“ sind nicht immer so ausgefallen, wie einen das Wort glauben machen möchte.

„Du kannst Fotos machen!“

Klasse!, denke ich träge. Es wäre ja nicht so, als gäbe es nicht seit 2000 jedes Jahr neue „Tótvázsony im Winter“- Bilder. Mein Blick huscht zum Fenster. Es schneit, es ist kalt, es ist ausnahmsweise mal nicht windig. Er sieht die Begeisterung wohl meinem Gesicht an.

„Du musst nicht. Dann macht Piroska morgen.“

Aber sie muss doch sowieso immer die unschöne Arbeit machen…

„Nein, nein…Kann ich machen“, erwidere ich, erhebe mich und schlappe zu meinem Wintermantel. Es wird kalt.

Ja, in Tótvázsony ist der Winter ausgebrochen. Seit Sonntag schneit es und alles ist weiß. Unter meinen Stiefeln knirscht es beträchtlich. Es ist so kalt, dass ich meine gleich zu erfrieren, während ich in der Dunkelheit auf den Bus von Veszprém nach Hause warte. Es ist einfach nicht mein Wetter. Im Übrigen hat der Schnee mir auch einen ziemlich bösen Strich durch die Rechnung gemacht. Erst vor einer Woche habe ich mich noch in einem Artikel darüber ausgelassen, dass uns der Klimawandel nun schon die weiße Weihnacht vorenthält. Was passiert? – es schneit-.-„….

Aber ich will mich mal nicht allzu sehr aufregen. Schnee ist toll! Und es lässt Weihnachten noch etwas näher rücken.

Am Samstag haben wir mit 22 Kindern hier im kleinen, beschaulichen Teleház gebacken. 22 Kinder, fünf Helfer und ich (ist das zu glauben?!). Das war lustig. Das Büro und die Küche sahen hinterher aus wie ein Kriegsfeld: Krümmel auf dem tisch, Krümmel auf den Arbeitsflächen, Krümmel auf dem Boden, Teigspritzer an den Wänden. Zutaten, Geschirr – alles wild durcheinander. Weil ich kein Ungarisch spreche, habe ich mich größtenteils um das Geschirr und die Teige gekümmert. Wenn es nötig war, ging die Verständigung mit Händen und Füßen ganz gut. Mich wundert es ja, dass Ma mich nicht für verrückt erklärt hat. Ich fand das zumindest ziemlich verrückt;)….

Wer jetzt nach den Ergebnissen fragt… Nun. Wir haben ein bisschen zu viel Backpulver erwischt und in der einen Plätzchenladung hat der Zucker gefehlt. Aber wie die Ungarn hier sagen: Nem baj…Das macht nichts. Im Grunde waren die Plätzchen perfekt. Ganz und gar Kinderplätzchen eben;)

Frank Sinatra – The Coffee Song

•Dezember 16, 2009 • 3 Kommentare

jaaaaaahhhhhh!^^

Das liebe Öl

•Dezember 8, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar